Gegangen, aber unvergessen...



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In unserer Gesellschaft wird die Frage nach dem Tod, der Seele und der nachtodlichen Existenz zunehmend verdrängt. Fast alle großen Religionen, aber auch die Parapsychologie, belehren uns über die Unsterblichkeit der Seele...

Das Vorhandensein der Seele würde viele Rätsel erklären...
Ob man nun an Geister glaubt, an Spukphänomene, an die Wiedergeburt oder die Auferstehung im christlichen Sinn – dies alles setzt die Existenz der Seele und des nachtodlichen "Weiterlebens" vor-aus. Wer das Vorhandensein einer nicht-stofflichen Seele ablehnt, wird sich schwer tun, all die vielen Ungereimtheiten und Phänomene zu erklären, über die man nicht nur liest, sondern die einem auch Verwandte und gute Freunde zuweilen erzählen. Seltsame Ahnungen, eigenartige Ereignisse die den Tod eines Menschen vorankündigen oder begleiten, Warnungen und Ahnungen, die sich erfüllten, Träume die wahr wurden, Wunderheilungen – dies alles wären millionenfach dokumentierte Hirnge-spinste, denn eine "normale" Erklärung lässt sich für die meisten dieser Phänomene nicht finden.

Zugegeben, vieles lässt sich – wie die Telepathie oder Hypnose – durch die Kraft unserer eigenen elektromagnetischen Energien und Gedanken erklären. Die kaum mehr zählbaren Wunderheilungen von Lourdes oder Fatima, das Gesundbeten oder das "Wegbeten" von Warzen, Gesundung durch Handauflegen, ja selbst physikalische Spukphänomene (Platzen von Glühbirnen, Verrücken von Gegenständen, vermeintliche Poltergeist-Phänomene) – diese Dinge könnten durch uns selbst ausgelöst werden. Bekanntlich versetzt der Glaube Berge und es ist auch hinlänglich bekannt, dass Erfolg oder Misserfolg im positiven oder negativen Denken der Menschen einen hervorragenden Nährboden finden. In uns schlummert ein gigantisches Energiepotential: Leider können wir es fast nie gezielt und sinnvoll einsetzen. Einigen wenigen Ausnahmen mag es vergönnt sein – aber wir, die ganz normalen Menschen, die wir zwar ebenfalls über derartige Reserven verfügen mögen, können eher auf zufällige Erfolge hoffen.

Dennoch bleibt noch genug an Unbegreifbarem übrig, das kläglich fernab jeder Erklärungsversuche stranden wird: Phänomene, die an sich nur durch das Vorhandensein einer "anderen Welt" zu erklä-ren sind.


Verstorbene melden sich...
Geistererscheinungen werden heute gerne belächelt. Doch die meisten dieser Geschichten wurden nicht erzählt, weil sich damit jemand wichtig machen wollte, sondern aus einem fassungslosen Un-verständnis heraus anderen Angehörigen mitgeteilt. Wer solche Erfahrungen machte, will nicht an-dere überzeugen, sondern er hatte sein Schlüsselerlebnis und damit kommen die meisten Men-schen, die unerwartet mit außersinnlichen Phänomenen konfrontiert werden, nicht zurecht. Wie sollten sie auch? Ich möchte an dieser Stelle nur ein Beispiel aufführen:

In den Siebziger Jahren besuchte ich den Schauspieler Bruno W. Pantel, dem man in einer Münche-ner Uni-Klinik ein Raucherbein amputiert hatte. Die Ärzte, die das Bein natürlich zu retten versuchten, amputierten zunächst nur den Fuß. Danach wachte der Schauspieler nicht aus dem Koma auf. Die zweite Amputation erfolgte dann direkt unter dem Knie – weiterhin lag Bruno W. Pantel im Koma. Erst als man oberhalb des Knies noch einmal nachamputierte, setzte ein Heilungsprozess ein und der Schauspieler ("Schwarzwaldklinik", "Derrik" u.a. Kinofilme und TV-Produktionen. Als Synchronspre-cher kennt man ihn als "Puck" aus dem Biene-Maja-Zeichentrickfilm und als Sprecher der Heidi-Audio-Kassetten) erwachte wieder aus dem Koma. Er erholte sich rasch.

Zwei Tage nach der letzten Operation besuchte ich ihn. Wir sprachen zunächst über seinen Gesund-heitszustand, dann berichtete er mir unter Tränen, dass ihn, während er im Koma lag, sein verstor-bener Vater und sein ebenfalls verstorbener Bruder besucht hätten. Er hielt dies für einen merkwür-digen Traum, den er am Vortag beim ersten Besuch seiner Schwägerin, der Witwe des verstorbenen Bruders, dieser ebenfalls erzählte. Dabei erinnerte er sich plötzlich daran, dass ihm sein Bruder aufgetragen hätte, sie möge einmal im Geheimfach des Kleiderschranks nachsehen...

Er hielt dies für einen Witz und meinte lakonisch "Stell Dir mal vor, was man im Koma für ein dummes Zeug träumt..." Aber am Gesicht der erblassenden Schwägerin sah er, dass er wohl genau ins Schwarze getroffen hatte. Es gab dieses Geheimfach – aber nur sie und ihr verstorbener Mann hatten davon gewusst. Als sie nach Hause eilte, um in diesem längst vergessenen Fach nachzu-schauen, fand sie alle Liebesbriefe, die sich die beiden früher einmal geschrieben hatten. Ihr Mann hatte sie gesammelt und dort deponiert. Erinnerungen an ihre Liebe...

Bruno W. Pantel – und deswegen erzähle ich diese Geschichte – wurde von diesem Tag an ein reli-giöser Mensch, der von nun ab an ein Leben nach dem Tod glaubte. "Ich will niemanden damit überzeugen", sagte er unter Tränen. "Aber für mich ist dies eine völlig neue Erkenntnis. Mein ganz ei-genes Schlüsselerlebnis, dass mir zeigt, dass es irgendwie nach dem Tod weitergeht. Das mit dem Geheimfach – von wem hätte ich es wissen können, wenn nicht von meinem Bruder selbst? Wie gesagt, mir muss das niemand glauben – aber ich glaube jetzt..."

Anmerkung: Bruno W. Pantel starb am 30.11. 1995 im Alter von 74 Jahren in München – 22 Jahre nach diesem für ihn denkwürdigen Besuch aus einer "anderen Welt"...


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Irrglaube oder Hoffnung?
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