Gegangen,
aber unvergessen...
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Der
Methusalem-Faktor
Mit
Sechzig fangen die meisten Menschen
an, über's Sterben nachzudenken. Das sollte
man nicht, denn mit etwas Glück hat man
die Hälfte des Lebens noch vor sich...
Geheimrezepte für ein biblisches Alter gibt es vermutlich (leider)
nicht. Manche knechten so-gar ihre Lungen mit täglichem Zigarrettenkon-sum
und werden dennoch steinalt. Wie etwa Jeanne Calment aus Frankreich,
die das Rauchen erst mit 118 Jahren aufgab und 122 Jahre alt wurde...
Andere
leben kerngesund, treiben Sport, leben vegetarisch, trinken keinen Alkohol
dennoch setzt irgendwann deren Körper einen viel zu frühen Schlusspunkt.
Die ganz, ganz Alten werden natürlich im-mer wieder gefragt, warum ihr
Leben länger dauert als das von Normalsterblichen. Auch sie wissen es nicht
und jeder hält eine andere Antwort parat. Die beste hatte meines Erachtens
der Deutsche Wilhelm Schorner, der stolze 110 Jahre alt wurde: "Was sollte
man tun, um so alt wie Sie zu werden?" fragte ihn einst eine Journalistin.
"Nicht sterben..." lautete seine Antwort.
Ramona
Jordan
wur-de 1889 auf der Kari-bik-Insel
Puerto Rico geboren. Sie starb
im Alter von
114 Jahren am 29. Mai 2004.
Ihr Rezept für ein langes Leben "Zum Essen immer ein Bierchen trinken..."
Hendrikje
v.
Schipper
wurde am 29. 6. 2004 ebenfalls
114
Jahre alt und wurde damit die älteste Frau Euro-pas. Der Fan des Fuß-
ballclubs
Ajax-Amster-dam hat ein einfaches Rezept: "Immer nur at-men..."
Maria
Jeronimo
war die wohl bekannteste älteste Frau der Welt. Die Brasilianerin
wur-de
129 Jahre alt und noch als Sklavin
gebo-ren. "Viele Früchte und Süßigkeiten", war ihre
Devise. "Und nicht zu viele Männer..."
Elizabeth
Israel
wur-de im Januar 2003 stolze
128 alt
(sie lebt in d. Dominikanischen Republik). Ihr Rezept: "Viel in die Kirche
ge-hen, nur Naturproduk-te essen und Knö-del", letztere liebt
sie besonders..."
"Zum
Essen immer ein Bierchen trinken..."
Erklärungen
der Wissenschaft
Forscher
haben nun den sogenannten "Methusalem-Faktor" ge-funden. Die Feststellung: Im
Blut von alten, gesunden Menschen findet man überdurchschnittlich häufig besonders
große "Lipo-proteine" (HDL und LDL). Diese Veranlagung scheint angeboren
zu sein, denn man fand die entsprechenden Gene dazu ebenfalls.
Der

sparsame Umgang mit Fett
sowie eine Erhöhung der Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren könnte also auch
uns "Normalsterb-lichen" gut tun, die wir mit derartigen Genen nicht
ausgestattet wurden. Wohl dem, der Leinöl, Fischöl und Hochseefische, Lachs
und Makrelen mag, die diese Fettsäuren in hohem Maß enthalten.
Triglyceride
Cholesterinester
Biblisches
Alter:
Fluch oder Segen?
Für

narzisstische
Menschen
mag ein extrem hohes Alter wie ein Fluch erscheinen, al-lerdings sollte man
auch be-denken, dass der morgendli-che Blick in das mumifiziert wirkende Spiegelbild
von al-ten (sehr alten) Menschen nicht zu den wichtigsten Din-gen in ihrem Alltag
zählt. Zu-dem, wer 115 Jahre oder äl-ter wird, der hatte rund 40 bis
50 Jahre Zeit, sich an sein neues Outfit zu gewöhnen.
Viele

der sehr Alten sind gei-stig
und physisch top-fit, bis auch sie jene Schallgrenze erreichen, die irgendwann
die Leistungs- und Aufnah-mefähigkeit jedes Lebenwe-sens entschlummern
lässt. So

war die Japanerin
Kama-to Hongo (114) eine ausge-sprochene Frohnatur, was man auch Elizabeth Israel
v. der Dominikanischen Repu-blik (128) nachsagt.
Die

Berlinerin
Hedwig Jade
(108) tanzte zuweilen noch bis zu ihrem 107. Geburts-tag. Besonders Tango. Trotz-dem
empfindet sie ein ho-hes Alter nicht als Glücks-treffer:
"Bis

zum 60. oder 70. Le-bensjahr
ist alles ja noch wunderbar. Aber dann wird man doch irgendwann tat-terig, obwohl
man gesund ist. Nein, das Altern ist nicht schön..."

Nette
Geschichten...
Die Französin
Jeanne Calment verstarb im August 1997 im Alter von
122 Jahren in Arles. Die kleine Stadt zählte damals 16 weitere Mitbürger und
Mit-bürgerinnen, die die Hundert bereits überschritten hatten. Die alte Dame
hat-te im Alter von 80 Jahren beschlossen, ihre Stadtwohnung aufzugeben. Ihr
pfiffiger Notar unterbreitete ihr den Vorschlag, dass er diese Wohnung selbst
übernehmen würde, wenn Sie mit einer Leibrente einverstanden wäre...
Sie

ahnen, was nun kommt...?
Der vermeintliche Schachzug des Notars, mit nur wenigen Monats- oder Jahreszahlungen
bei einer so betagten Dame ei-nen Reibach zu machen, ging voll ins Auge.
Der Gentleman musste bis zu
seinem
Ableben (er starb Weihnachten 1995 im Alter von 77 Jahren, als Jeanne Calmet
bereits 120 Jahre alt war) insgesamt 250.000 Mark an Leibrente abdrücken
die teuerste Altbauwohnung, die in Arles je verkauft wurde...