Gegangen, aber unvergessen...



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Ray O. Nolan ("Der Seher" ,  Link zur Homepage ) beschäf-tigt sich seit rund 30 Jahren mit unerklärlichen Phänome-nen, Prophezeiungen und Jenseitskontakten.  Seine Gedan-
ken über den Tod und die Unsterblichkeit der Seele klingen zuweilen etwas respektlos, aber...

Keiner liebt den Tod – also kann man auch über ihn meckern!
  Mir vorzustellen, dass ein Regenwurm von heute an gerechnet eine höhere Lebenserwartung hat als ich, wage ich nicht. Es würde mich hoffnungslos machen. Und so ist es wohl auch die tägliche Hoffnung auf irgendwas, die den Motor unseres Lebens ausmacht. Was wäre, wenn wir konkret wüssten, dass uns nie mehr jemand lieben wird? Dass wir nie mehr mit einer Frau schlafen können; dass wir ab morgen keinen Pfennig mehr verdienen werden? Dann hält uns nur die Hoffnung aufrecht, dass es vielleicht doch geschieht. – Alles Fehlende im Leben wird scheinbar durch die Hoffnung erstezt. Und so nehmen wir auch den Tod nicht als das endgüliges Aus für unser Leben hin. Wir hoffen, dass es nach dem Tod noch irgendwie weitergeht – und damit können wir, so scheint es, ganz gut leben...

 Ich glaube, wenn man den Tod freundlich begrüßt, dann wird es auch höchte Zeit für ihn...

 Mit geschlossenen Händen werden wir geboren, mit offenen sterben wir. Ehrlich gesagt,
ich wüsste gerne warum das so ist...

  Das Schreckgespenst des Todes ist ein Privileg der Jugend. Es verharmlost sich komischer Weise, je mehr wir dem Tod näher rücken. Ich glaube, da wächst so eine Art Vertrautheit heran, die uns, je länger wir leben, den Tod selbst als endgültiges Ende akzeptieren lässt.

 Tot zu sein, das ist schlimm. Ein Zombie zu sein, ist vermutlich noch schlimmer. Als Untoter durch die Nacht zu tappsen, stelle ich mir schrecklich vor. So gesehen, hat die Endgültigkeit des Abschieds durchaus auch ihre Vorteile.

  Eines wissen wir konkret: Die einzig reale Erfahrung, wie denn der Tod nun wirklich ist, nehmen die Lebenden leider mit ins Grab.

 Ich hatte mal in jungen Jahren ein Blackout von ca. 40 Sekunden. Das war in etwa so: Die Bilder meines Umfeldes zogen sich nach hinten verjüngend zurück bis sie in einem winzigen Punkt verschwanden. Ebenso verhielt es sich mit den Geräuschen und Gesprächen der Leute um mich herum. Sie entschwanden einfach. Wenn sich so der Tod offenbart, muss man ihn nicht fürchten. Es war
   1. nicht beunruigigend und
   2. dachte ich erst drüber nach, als ich wieder zu mir kam, was im Fall des Todes wohl eher so aussieht, dass am Ende des winzigen Punktes einfach das Licht ausgeknipst wird. Ich glaube seitdem auch nicht mehr daran, dass man als Verstorbener noch alles im nahen Umfeld hört (was eine schreckliche Sache wäre). Die Welt um Dich zieht sich zurück und ehe du darüber nachdenken kannst, wird das Licht ausgeschaltet...

  Der Tod ist der Schlusspunkt in unserem Leben. Daraus ein Semikolon zu machen halte ich für falsch.

 Penetrant am Tod ist, dass man erst dann, wenn man es nicht mehr lesen und hören kann, erfährt, was für ein toller Hecht man zu seinen Lebzeiten gewesen ist.

  Der Tod ist zuverlässig und beständig, er quatscht nicht lange rum, ändert nicht ständig seine Meinung und er sagt mir auch nicht, ich solle dieses und jenes noch tun, bevor wir losfahren. Ich hätte IHN heiraten sollen, statt meine Ex-Frau...

  Falls ich nicht sehr alt werde, wird mich auch niemand fragen, was ich tat, um so alt zu werden. Ich kann also nur vorsorglich heute erklären, warum ich wahrscheinlich nicht alt wurde: 60 Zigaretten am Tag so weit ich zurück denken kann, tierische Fette bis zum Abwinken, kein Sport, kaum Obst, überhaupt kein Gemüse. Und was frische Luft und Sport angehen: mein weitester Weg war meistens zwischen Küche, Arbeitszimmer und Schlafzimmer. Rein theoretisch müsste jeder, der das Gegenteil von dem tut, stockalt werden.

  Wer gerne stirbt, der hat entweder 'ne Macke oder nie richtig gelebt...



Keine Kuh lebt in einem Hamburger weiter...

 Charles Haddon Spurgeon, (1834 - 1892), ein englischer Theologe und Baptistenprediger sagte mal: "Der Tod ist nicht das Wohnhaus, sondern nur die Vorhalle; nicht das Ziel, sondern nur der Durchgang."  Das klingt recht gut – leider beschreibt er nur zugige und ungemütliche Ecken...

  Je mehr man von seinem Leben noch erwartet, um weiter entfernt sich der Gedanke an den Tod.

 Heute kam mir in den Sinn, dass mein Hund mich vielleicht überleben könnte –  der Arme...

  Vom Tod meiner Mutter erfuhr ich am Telefon durch eine Altenpflegerin. Seitdem ist meine Schwester für mich gestorben...

 Dschuang Dsi (350 – etwa 275 v. Chr.), ein taoistischer Philosoph und Gegner des Konfuzianis-mus, behauptete einst: "Sagt nicht, dass die Toten tot sind. Etwas von ihrem Wesen bleibt weiter in ihren Nachkommen. Wenn also die Toten in ihren Nachkommen leben, wie können sie dann tot sein?" Hätte ich damals schon gelebt, hätte ich ihm ein e-Mail mit den Worten geschickt: "Lieber Dschuang, keine Kuh lebt in einem Hamburger weiter. Das ist Quatsch, was Du da ablässt – aber es hört sich irgendwie toll an..."

  Ich frage mich oft , was zum Tode Verurteilten wohl durch den Kopf geht, wenn sie wissen, dass sie in drei Minuten nicht mehr unter uns weilen werden. Also ich könnte mit dem Gedanken nicht leben...

 Das Sterben erlöst uns von der Krankheit –  der Tod erlöst uns vom Sterben.

  Trotz aller schönen Gedanken und Worte, die ich über den Tod gefunden habe, bleibt genau betrachtet nur eines unter dem Strich: – der Tod ist wohl doch ziemlich Scheiße...

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Gedanken über den Tod
Ray O. Nolan
D E R   S E H E R
Wer glaubt, nach einer durchlesenen Nacht diesen spannungsgeladenen Thriller zufrieden beiseite legen und ruhig einschlafen zu können, der sei hiermit gewarnt: – denn bereits morgen könnte dieser Horror-Trip Wirklichkeit werden – falls er nicht schon längst begonnen hat !
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