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254 Nachruf-Meldungen seit 1. Mai 2004     © 2004 by nekrolog.info 
  Ota Sik starb am 22.08.2004
Ota SikDer durch seine führende Rolle im "Prager Frühling" bekannt gewordene tschechische Wirtschaftswissenschaftler Ota Sik, geboren am 11.09.1919 in Pilsen, starb am 22.08.2004 an einem Gehirntumor.

Sik war 1967 während des "Prager Frühlings" ein in der ganzen Welt anerkannter Politiker bei der Reformbewegung und hatte als Professor für Systemvergleiche einen "dritten Weg" zwischen Markt- und Planwirtschaft in der Tschechoslowakei gefordert. Er emigrierte nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag 1970 in die Schweiz und lehrte unter anderem als Hochschulprofessor in Sankt Gallen. Sik hatte an der Kunsthochschule in Prag Malerei studiert und bildete sich nach dem Abbruch des Studiums in Abendkursen weiter. In den 40er Jahren betätigte er sich politisch und wurde wegen Widerstand im KZ Mauthausen inhaftiert, wo er fünf Jahre später von den Amerikanern befreit wurde.

Ab diesem Zeitpunkt wollte er sich politisch betätigen und ließ sich als Mitglied der kommunistischen Partei in der Wirtschaftswissenschaft ausbilden. Parteichef Alexander Dubcek machte ihn zu einem seiner Vizeministerpräsidenten. Als am 21. August 1968 die Truppen des Warschauer Paktes die Tschechoslowakei besetzten und die Reformbewegung niederschlugen, weilte Sik im damaligen Jugoslawien zu Besuch. Von dort emigrierte er in die Schweiz, wo ihm Asyl gewährt wurde und 1983 das Schweizer Bürgerrecht erhielt. Sik wurde unter anderem von den Universitäten Kassel und Lancaster mit dem Ehrendoktortitel geehrt. Seit 1992 malte er nur noch.

  Elmer Bernstein starb am 19.08.2004
Elmer BernsteinDer Komponist Elmer Bernstein, geboren am 04.04.1922 in New York, ist am 19.08.2004 eingeschlafen und nicht mehr erwacht. Schon mit zwölf Jahren erwies er sich als ein solches Talent, dass ihn sein Klavierlehrer zu einem der größten Komponisten der USA, Aaron Copland, schickte. So lernte Bernstein bereits in jungen Jahren alles über Komposition und Klavierspiel. Eine Konzertkarriere war durch den Zweiten Weltkrieg nicht möglich und so arbeitete er in der Army für Glenn Millers Band und veröffentlichte ein eigenes Radioprogramm für die Army Force.

1950 in Hollywood, gelang ihm der Durchbruch mit "Der Mann mit dem goldenen Arm". Für dieses Drama arbeitete Bernstein als einer der ersten Filmkomponisten mit einem Jazzensemble. Den ersten großen Erfolg erlebte Elmer Bernstein 1956 mit der Musik zu "Die zehn Gebote" und Schlag auf Schlag folgten Filme wie "Die glorreichen Sieben", "Wer die Nachtigall stört" und "Gesprengte Ketten", für die er den Soundtrack lieferte. 1967 bekam er für die Musik zu "Modern Millie" - eine seiner schwächeren Arbeiten, den Oscar. In den Achtziger Jahren war die Musik von ihm in Komödie wie "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug", Blues Brothers" oder "Ghostbusters" zu hören. Zu seinen letzten großen Arbeiten zählen "Being John Malkovich" und "Dem Himmel so fern", für die er seine vierzehnte Oscar-Nominierung erhielt. 2002 wurde er für seine Musik zum Film "Far from Heaven" für den Oscar vorgeschlagen. Sein 50-jähriges Jubiläum als Filmkomponist feierte Bernstein im Alter von 79 Jahren in der Londoner Royal Albert Hall. Er dirigierte das Konzert, welches unter anderem Musik aus "Ben-Hur", "Vom Winde verweht", "Zwölf Uhr Mittags" und eigene Werke, darunter Passagen aus "Die Zehn Gebote" und "Die glorreichen Sieben" enthielt.

1990 wurde Elmer Bernstein für sein Lebenswerk von der ASCAP mit dem Golden Soundtrack Award ausgezeichnet. Zwei Jahre später folgte der Los Angeles Film Critics Lifetime Achievement Award und 1996 erhielt Bernstein einen Stern auf dem Walk of Fame am Hollywood Boulevard.

  Günter Rexrodt starb am 19.08.2004
Günter RexrodtDer ehemalige Bundeswirtschaftsminister und frühere Berliner Finanzsenator Günter Rexrodt, geboren am 12. September 1941 in Berlin, verstarb am 19.08.2004 an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Rexrodt zählte zu den bekannten Gesichtern der deutschen Politik...

Günther Rexrodt machte sein Abitur 1960 in Arnstadt, wechselte dann nach Berlin, wo er an der Freien Universität Betriebswirtschaft studierte, seinen Diplomkaufmann machte und 1971 zum Dr. rer. pol. promovierte. 1968 bis 1979 arbeitete er bei der Industrie- und Handelskammer Berlin, 1979 als Abteilungsleiter für Industrie in der Senatsverwaltung und wurde ein Jahr später FDP-Mitglied. 1982 bis 1985 war er Staatssekretär, im selben Jahr machte der amtierende CDU-Wirtschaftssenator Elmar Pieroth ihn zum Senatsdirektor für Finanzen. Nach dem Regierungswechsel in Berlin 1989 wurde Günter Rexrodt von April bis Dezember Vorstandsmitglied der amerikanischen Citybank AG in Frankfurt und übernahm 1990 den Vorstandsvorsitz derselben. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Bundesvorstandes der F.D.P. im Bundesfachausschuss Finanzen und Steuern.

1993 nominierte ihn die FDP als Bundesminister für Wirtschaft im Kabinett Kohl als Nachfolger von Jürgen Möllemann, wo er fünf Jahre wirkte, bis die seit sechzehn Jahren amtierende Koalitionsregierung abgewählt wurde. Ein Jahr später wurde er Mitglied des Bundestages. Im Oktober 2001 führte er die Liberalen nach sechs Jahren in das Berliner Abgeordnetenhaus zurück, er war seit Mai 2001 Schatzmeister der Partei. Am 23. Jänner 2002 gab Rexrodt sein Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurück und konzentrierte sich stark auf seine Aufgabe als Bundesschatzmeister der FDP, wo er von sich reden machte, als er die von Möllemann verursachte Spendenaffäre aufdeckte. Rexrodt hatte grundlegende wirtschaftspolitische Veränderungen herbeigeführt. Unter erheblichen Widerständen setzte er Neuerungen durch und liberalisierte den Telefonmarkt, sorgte für eine erste Öffnung der Strom- und Gasmärkte und schaffte das Rabattgesetz ab. Er setzte auch mit Erfolg die Ausweitung der Ladenschlusszeiten durch.

Günther Rexrodt hatte viele Rückschläge einstecken müssen. In den Kriegsjahren verlor er seine Mutter bei einem Bombenangriff und wuchs bei seinem Onkel in Arnstadt auf. 1996 zog er sich bei einem Südafrikaurlaub eine lebensbedrohliche Malariaerkrankung zu, die ihn monatelang ans Bett fesselte. An einer Krebserkrankung im Hals, die erst vor kurzem diagnostiziert wurde, starb er jetzt nach einer Nachoperation (Herztod im Schlaf) im Alter von 63 Jahren. Er hinterlässt seine Frau Ingrid und seinen Sohn Max.

  Rudolf Miele starb am 19.08.2004
Rudolf MieleRudolf Miele, der "Waschmaschinenkönig", geboren am 4. November 1929 in Gütersloh, ist am 19.08.2004 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben.

Nach dem Gymnasium erhielt er eine "Praxis orientierte Ausbildung" und volontierte bei Firmen im In- und Ausland. Sein Eintritt in die Firma des 1899 von Carl Miele gegründeten Unternehmens erfolgte 1953, geschäftsführender Gesellschafter war er seit 1960. Seit der Gründung ist Miele & Cie. ein Unternehmen der beiden Familien Miele und Zinkann, bereits in der vierten Generation. Rudolf Miele arbeitete bis zuletzt in seinem Betrieb, den er gemeinsam mit seinem Partner Dr. Peter Zinkann zu einem der bedeutensten Unternehmen gemacht hat. Erst im Mai hatten beide angekündigt, im November, zu Mieles Geburtstag, die Verantwortung an die Söhne Markus Miele, 45, und Reinhard Zinkann, 44, übergeben zu wollen.

Durch die Absatzschwäche in Deutschland musste auch Miele die Kurzarbeit einführen, selbst Kündigungen konnten nicht mehr ausgeschlossen werden. Weltweit beschäftigt der Konzern knapp 15000 Menschen. Ein Börsengang kam für "Miele" nie in Frage, da die Familie weiter die Führung haben sollte. "Mein Großvater hat Wert darauf gelegt, das Unternehmen unabhängig und in Familienbesitz zu halten und das ist so geblieben", hatte Rudolf Miele einmal gesagt. Die nächste Generation wird es schwer haben, die Erfolge zu halten, da mit immer stärker fallenden Preisen die Politik Mieles "Hohe Preise, hohe Qualität" nicht leicht zu halten sein wird.

Rudolf Miele war Ehrenmitglied der Deutschen Handelskammer in Österreich. Darüber hinaus war er Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und Ehrenbürger der Stadt Gütersloh.

  Käte Woltemath starb am 19.08.2004
Käte WoltemathDie einstige Gallionsfigur der Ost-SPD, Käte Woltemath, geboren am 09. Mai 1920 in Rostock, ist im Alter von 84 Jahren am 19.08.2004 verstorben. Die gelernte Kinderschwester trat 1945 in die SPD ein. 1948 heiratete sie Wilhelm Woltemath.1958 und 1959 traten beide aus der SED aus, wurden verhaftet und von der Stasi vergeblich zur Mitarbeit erpresst. Nach schweren Kriegsjahren wurde ihr die Entlassung aus dem hauptamtlichen Dienst des Rates der Stadt bekannt gegeben. Nach der Deutschen Wiedervereinigung kam es 1990 zum Zusammenschluss der sozialdemokratischen Partei der DDR und der West-SPD.

Für kurze Zeit wurde Käte Woltemath umjubelt, weil sie sowjetischen Soldaten half, heimzukehren und 1991 ein Hilfswerk für umweltgeschädigte Kinder gründete. 1990 gab sie ihren Austritt aus dem Vorstand der Ost-SPD und der Rückgabe des Ehrentitels bekannt. 1992 wurde der Verdacht geäußert, sie spioniere für die DDR.Im selben Jahr trat sie aus der SPD aus und gab ihren Rücktritt aus dem Vorstand des Kinderhilfwerkes bekannt. 1997 wurde das Verfahren eingestellt, wegen Geringfügigkeit und Verjährung – gegen den Willen von Käte Woltemath. Zu ihrer Rechtfertigung schrieb sie ihre Memoiren "4x Deutschland und keins für mich dabei".

  Gérard Souzay starb am 17.08.2004
Gérard SouzayDer Opernsänger und Komponist Gérard Souzay, geboren am 08.12.1918 in Angers (Frankreich), verstarb am 17.08.2004 in seinem Heimatland in Antibes. Der als Gerard Tisserand geborene Opernsänger verbrachte seine Jugend in Paris und beendete 1945 sein Studium am Conservatoire National de Paris.

1947 bekam er sein erstes Engagement an die Grand Opéra de Paris und an die Opéra Comique. Es folgten Tourneen und Liederabende von Nordamerika bis Österreich. Mitte der 60er Jahre brillierte er bei seinen Bühnenauftritten als Konzert- und Opernsänger in Mephisto "Faust", "Orfeo" von Monteverdi und "Pollux". Er gab Gesangsunterricht in den USA, New York, Paris, Tokio und Japan. Souzay war auf Opern von Mozart, Wagner und Debussy spezialisiert. Seine künstlerische Tätigkeit ist auf Schallplatten dokumentiert, darunter befinden sich zahlreiche Kompositionen von Schubert, Ravel und Fauré.

  Carl Mydans starb am 16.08.2004
Carl MydansDer bekannte Kriegsfotograf des US-Magazins "Life", Carl Mydans, ist am 16.08.2004 an Herzversagen gestorben. Geboren 1907 in Boston, arbeitete er seit 1936 für "Life".

Gemeinsam mit seiner Frau Shelley berichtete er im zweiten Weltkrieg über die Neuigkeiten und wurde mit seinen eindrucksvollen Bildern darüber berühmt. Zahlreiche Bilder von Kriegsschauplätzen aus Asien und von "Promis" sind von ihm ebenso veröffentlicht worden und bekannt. Das Ehepaar wurde bei seiner Arbeit in Asien 1942 in Manila von japanischen Soldaten gefangen genommen.
Nach fast zweijähriger Gefangenschaft wurden sie freigelassen und gingen nach Europa, um über den Vormarsch der Alliierten zu berichten. Carl Mydans berichtete auch aus dem Korea- (1950-1951) und dem Vietnamkrieg.

  Czeslaw Milosz starb am 14.08.2004
Czeslaw MiloszDer polnische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Czeslaw Milosz wurde am 30. Juni 1911 im litauischen Seteiniai geboren und starb im Alter von 93 Jahren in Krakau.

Milosz studierte in Polen Jura, veröffentlichte als Student erste Gedichte und gründete mit Kollegen die Zeitschrift und Dichtergruppe "Zagary" (Glut/Fackel). Während des Zweiten Weltkriegs war er im Warschauer Untergrund tätig und beteiligte sich an der Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung. 1945 trat Milosz in den diplomatischen Dienst Polens ein und war sechs Jahre als Kulturattaché an den polnischen Gesandtschaften in New York, Washington und Paris tätig. Da er mit der Stalinisierung des Landes nicht einverstanden war, brach er mit der Regierung 1951, bat Frankreich um Asyl und ging nach Paris um dort im polnischen Emigrantenverlag "Instytut Literacki" zu arbeiten. 1960 emigrierte er in die USA, wo er 1970 die Staatsbürgerschaft erhielt. Mehr als 20 Jahre arbeitete er als Professor für slawische Sprachen und Literatur an der Universität von Berkeley in Kalifornien. Mit seinem Essayband "Verführtes Denken" von 1953 wurde Milosz international bekannt. Weitere Werke von dem Dichter sind unter anderem "Tal der Issa" und "West und östliches Gelände". Anerkennung erhielt er auch als Übersetzer englischer, amerikanischer und französischer Literatur. Er übertrug Shakespeare, Eliot, Whitman, Baudelaire ins Polnische und polnische Lyrik ins Englische.

1980 erhielt Milosz den Nobelpreis für Literatur. Die Stockholmer Entscheidung wurde in den kommunistischen Ostblock Staaten als vorwiegend politisch bewertet. Seine Werke, die in Polen verboten waren, wurden erst nach dem Nobelpreis veröffentlicht. 1989 fuhr er nach Polen, um die Ehrendoktorwürde der Universität Krakau entgegenzunehmen. Nach der sowjetischen Militäraktion in Litauen im Jänner 1991 rief Milosz seine Landsleute in der Heimat und die polnische Minderheit in Litauen zur Solidarität auf. Eine Lebensbilanz zog Milosz mit seinem zuletzt veröffentlichten Essayband "Hündchen am Wegesrand".

  Heinz Frölich starb am 14.08.2004
Heinz FrölichDer aus Gotha (Deutschland) stammende Burgschauspieler Heinz Frölich, geboren am 11. Mai 1908, verstarb am 14.8.2004. Er besuchte nach seinem Abitur die Staatliche Musikschule in Weimar. Nach einigen Auftritten am Theater seiner Heimatstadt und in Allenstein, Wuppertal und Würzburg, arbeitete er gelegentlich als Regisseur. Nach dem Krieg kommt Frölich 1951 nach Berlin, wo er neben dem Theater das Medium Fernsehen entdeckte und sich dort zu einem der wesentlichsten Charakterdarsteller der frühen Jahre entwickelte. Einige seiner Filme waren "Spuk in Villa Sonnenschein" oder "Drei Mann auf einem Pferd". In den 60er Jahren spielte er seine einzige Hauptrolle in der Satire "Was wäre, wenn...?".

Nach 1961 widmete er sich wieder verstärkt dem Theater und ging 1973, im Alter von 65 Jahren, zum Wiener Burgtheater. Er zählte zu einem der ältesten des Ensembles und war bis zuletzt auf der Bühne aktiv. Frölich stand zuletzt als Haushofmeister Melvil in Andrea Breths Inszenierung des Schiller-Dramas "Maria Stuart", als Valentin in Shakespeares "Was ihr wollt" und in "Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia" auf der Bühne. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Anne Bruck.

Er wurde in Österreich mit dem Silbernen Ehrenzeichen und dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet.

  Josef Paul Kleihues starb am 13.08.2004
Josef Paul KleihuesDer Architekt und Diplom Ingenieur (Berliner Büro und Geschäftshaus Kantdreieck) Josef Paul Kleihues, geboren am 10.06.1933 in Westfalen, ist am 13.08.2004 gestorben. Sein Architekturstudium machte er in Stuttgart und Berlin. Sein erstes Büro gründete Kleihues 1962 in Berlin. 1973 nahm er die Professur in Dortmund an, initiierte dort die "Dortmunder Architekturtage" und die "Dortmunder Architektur Ausstellungen" und wurde schließlich 1979 zum Planungsdirektor für Neubaugebiete der Internationalen Bauausstellung Berlin berufen.

Weiten Kreisen wurde er durch seine Beteiligung an der Diskussion zur Gestaltung der Berliner Mitte nach dem Mauerfall bekannt. Zu Kleihues bekanntesten Gebäuden zählen das Berliner Büro- und Geschäftshaus Kantdreieck, das Museum of Contemporary Art in Chicago, ein Wohnblock am Vinetaplatz, das Krankenhaus Neukölln und der Umbau des ehemaligen Hamburger Bahnhofs zum Museum für Gegenwartskunst der Staatlichen Museen in Berlin. 1986 arbeitete er als Professor an der Cooper Union, New York, 1987 als Gastprofessor an der Yale University. 1988 bekam er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, ein Jahr später folgte die Ernennung zum Ehrenmitglied des American Institute of Architects. Ende 2001 wurde er Direktor der Bauakademie in Berlin.

  Julia Child starb am 12.08.2004
Julia ChildAmerikas gefeierte Fernsehköchin Julia Child, die Generationen von US-Bürgern mit der französischen Küche vertraut machte, ist am 12.08.2004 im Schlaf in ihrem Haus in Santa Barbara (Kalifornien) verstorben.

Ihren ersten TV-Auftritt hatte die Köchin 1962 in Boston, wo sie auf Werbetour für ihr erstes Buch "Mastering the Art of French Cooking" unterwegs war. Um ein Interview lebendig darzustellen, brachte sie Küchen und Kochutensilien mit und zeigte vor laufender Kamera, wie man Omlette auf provenzalische Art zubereitet. Das bescherte ihr den Beinamen "The French Chef". Child moderierte drei verschiedene Kochsendungen, wo sie nicht nur die Rezepte, sondern auch Tipps für die Bewirtung von Gästen weitergab. In Weinkunde und der Geschichte der Speisen war sie ebenso bewandert und gab dies auch gerne bei ihren Auftritten weiter. In ihren Fernsehsendungen verabschiedete sich Child stets mit einem freundlichen "Bon appétit!".

In unzähligen Artikeln wurde der 91 jährigen ein enormer Einfluss auf die Entwicklung der Esskultur in Amerika bescheinigt. Child vermachte ihre gesamte Küche dem "Smithsonian National Museum for American History".

  Wolfgang Mommsen starb am 11.08.2004
Wolfgang MommsenDer Historiker und Geschichtsprofessor Wolfgang Mommsen, am 5. November 1930 in Marburg geboren, starb am Mittwoch den 11.08.2004 bei einem Badeunfall in der Ostsee.

Er lehrte viele Jahre als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Düsseldorf. Darüber hinaus war er acht Jahre Direktor des Deutschen Historischen Instituts in London sowie Gastprofessor an zahlreichen renommierten Hochschulen im In- und Ausland. Als Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands war Wolfgang Mommsen beim Historikertag 1990 in Bochum und widersprach dort entschieden dem Vorwurf, die deutschen Historiker hätten nach 1945 die nationale Tradition vernachlässigt und zu einer Schwächung des nationalen Gedankens beigetragen. Er verwies darauf, dass ohne ihre kritische Haltung zur deutschen Vergangenheit die Einheit nicht möglich gewesen wäre. Mit engagierten Stellungnahmen trug Wolfgang Mommsen zum Selbstverständnis der Bundesrepublik bei. Über das Versagen führender deutscher Historiker in der Zeit des Nationalsozialismus fand er klare Worte. In einem Fragebogen bezeichnete Wolfgang Mommsen Bismarcks Sozialversicherungsgesetze 1881-1885 als die von ihm am meisten bewunderte Reform in der Geschichte. Mommsen promovierte 1959 in Köln und erhielt 1968 seinen ersten Ruf als ordentlicher Professor in Düsseldorf. Mommsen, Zwillingsbruder des Historikers Hans Mommsen und Urenkel von Theodor Mommsen („Römische Geschichte“), gehörte zu den bekanntesten Vertretern der Geschichtswissenschaft in Deutschland.

Seine Schwerpunkte waren die Geschichte des deutschen Kaiserreichs und das Thema Imperialismus, das er in zahlreichen Standardwerken behandelte. In der renommierten "Propyläen Geschichte Deutschlands" ist er mit den Bänden von 1850 bis 1918 vertreten. Zeit seines Lebens beschäftigte er sich mit dem Soziologen Max Weber, der in die Familie Mommsen eingeheiratet hatte und war einer der Herausgeber der Max-Weber-Gesamtausgabe, die er Anfang 2002 leitete.

  Luki Scheuer starb am 10.08.2004
Luki ScheuerAm Dienstag, den 10. August 2004 verstarb unerwartet der Journalist und Buchautor Luki Scheuer an einem Gehirnschlag. Der Tod von ihm ist ein großer Verlust für die deutsche Motorsportszene. Der hauptberufliche Motorsportjournalist der Rhein-Zeitung war Presse-Ansprechpartner beim Formel 1 Grand-Prix auf dem Nürburgring. Scheuer war ein Experte und Szenekenner, der am „Ring“ zu Hause war, er kannte nicht nur alle Fakten, sondern auch immer die Geschichten, die dahinter steckten.. Der Nürburgring war seine Heimat, das Fahrerlager sein zweites zu Hause. Kein Wunder, denn auf der Eifel-Strecke hatte er 1953 beim Großen Preis von Deutschland zum ersten Mal Motorsportluft geschnuppert.

In zahlreichen Publikationen und Büchern gab er seine Anekdoten und Geschichten aus seiner Nürburgring-Erfahrung zum Besten. Luki Scheuer hatte eine unvergleichliche Art zu schreiben und alles sehr menschlich darzustellen.

Pressesprecher der VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring):" Die VLN verliert mit Luki Scheuer nicht nur einen treuen Weggefährten, sondern auch einen guten Freund“, so Gürthler . "Wir danken ihm für alles, was er für uns und unsere Meisterschaft geleistet hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.“

  David Raksin starb am 10.08.2004
David RaksinDer amerikanische Komponist David Raksin, der am 04.08.1912 in Philadephia geboren wurde, verstarb, wie sein Sohn mitteilte, im Alter von 92 Jahren. Alex Raksin erklärte, dass sein Vater seit einigen Jahren krank war und an Alzheimer litt.

David Raksin schrieb die Musik für fast 170 Filme und Fernsehshows, darunter für den Stummfilm "Modern Times" von Charlie Chaplin. Eines seiner bekanntesten Werke ist die Titelmusik für "Laura", einem Meistwerk von Otto Preminger aus dem Jahre 1944. Zu seinen letzten Arbeiten gehörte 1983 die Musik zum bekannten Atom-Katastrophenfilm "The Day After".

  Eberhard Eggers starb am 10.08.2004
Eberhard EggersDer international bekannte Maler Eberhard Eggers ist nach langer Krankheit in seiner Heimatstadt Hannover einem Krebsleiden erlegen. Der am 14.01.1939 geborene Eggers hatte seit 1963 ungefähr 200 Ausstellungen in Europa, Japan und den USA. Seine Bilder hängen in weltweit bekannten Museen, unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Außerdem hatte Eggers Gastprofessuren auf Hawaii und in den USA.



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