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254 Nachruf-Meldungen seit 1. Mai 2004     © 2004 by nekrolog.info 
  Said ibn Sultan Al Nahyan starb am 02.11.2004
Said ibn Sultan Al NahyanDer Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Said ibn Sultan Al Nahyan verstarb am 02.11.2004. Er war der Emir von Abu Dhabi und bis zu seinem Tod der erste Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate seit Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1971.

Said wurde 1918 in die Herrscherfamilie von Abu Dhabi in al-Ain, einem Oasendorf etwa 160 Kilometer östlich der Hauptstadt, geboren. Er war der jüngste von vier Söhnen von Scheich Sultan ibn Zaid, der den zu dieser Zeit noch sehr armen Stamm von 1922 bis 1926 anführte. Seine Ausbildung beschränkte sich - wie in dieser Zeit und Region üblich - auf die islamischen religiösen Prinzipien und das traditionelle Leben des Beduinenvolkes in der Wüstenregion. In den 30er Jahren begleitete er die ersten Vertreter von Ölgesellschaften als Führer durch das Land. 1946 setzte ihn sein Bruder Schachbut (Shakhbut), der seit 1928 in Abu Dhabi regierte, als Gouverneur der Region um al-Ain ein. Al-Ain und die acht umliegenden Dörfer schlossen sich unter Saids Führung zu einer Stadtgemeinde zusammen.

Mit den ersten Ölexporten 1962 aus Abu Dabhi begann die Zeit des steilen wirtschaftlichen Aufschwungs, an dem die Bevölkerung jedoch zunächst keinen großen Anteil hatte, da Saids Bruder Schachbut die Einnahmen nicht in Bildung und Entwicklung investierte. In der Folge stürzte Said mit familiärer Unterstützung seinen Bruder in einem unblutigen Palast-Putsch und löste ihn am 6. August 1966 in seiner Position als Emir von Abu Dhabi ab.

Als Großbritannien sich 1971 als Protektionsmacht der Emirate zurückzog, initiierte Said zusammen mit dem Emir von Dubai die Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate am 02.12.1971 und wurde zum ersten Präsidenten gewählt. Seither folgten kontinuierlich alle fünf Jahre Wiederwahlen durch die sechs anderen Scheichs der Emirate. Unter seiner Führung wurden die Petrodollars in die Entwicklung des Landes investiert, dessen Bevölkerung heute in großem Wohlstand lebt.

Als Folge der immensen Ölexporteinnahmen galt Scheich Said als einer der reichsten Menschen der Erde. Sein Sohn und Kronprinz Chalifa bin Said al-Nahjan übernahm die Amtsgeschäfte für das Emirat Abu Dhabi.

  Gerrie Knetemann starb am 02.11.2004
Gerrie KnetemannDer niederländische Radrennfahrer Gerrie Knetemann verstarb am 02.11.2004 an einem Herzschlag. Der am 06.03.1951 geborene Knetemann, auch bekannt unter dem Namen "Kneet", galt in den 70er Jahren als einer der besten Radrennfahrer der Welt. Er konnte über 130 Siege erringen, darunter zehn Etappensiege bei der Tour de France, zwei Mal beim Amstel Gold Race und ein Mal bei Paris–Nizza. Höhepunkt seiner Karriere war der Sieg bei der Straßenrad-WM 1978 auf dem Nürburgring.

Zuletzt betreute er die Straßenfahrer der Niederlande als Nationaltrainer.

  James Hanson starb am 01.11.2004
James HansonDer erfolgreiche britische Unternehmer Lord James Hanson, geboren am 20.01.1922, verstarb am 01.11.2004 in Newbury an einer Krebserkrankung. Der Sohn eines Transportunternehmers wurde von der englischen Premierministerin Margaret Thatcher im Jahre 1983 geadelt und hieß seitdem Lord James Hanson.

Er kaufte Firmen auf, sanierte sie und verkaufte einen Teil mit Gewinn weiter. Den Rest gliederte er in ein wachsendes Konglomerat ein. Anfang der 1990er begann der Stern des Milliardärs zu sinken, als der Versuch, den Chemiegiganten ICI zu übernehmen, fehlschlug. In Großbritannien tat sich Hanson durch großzügige Parteispenden hervor. Er war ein wichtigter Förderer der Konservativen Partei von Margaret Thatcher und ein starker Gegner der Europäischen Union.

Eine kurze Zeit lang war Hanson mit Hollywoodstar Audrey Hepburn verlobt. Bekannt wurde Hanson unter dem Spitznamen "Lord Geldsack".

  Fernando Chueca Goitia starb am 30.10.2004
Fernando Chueca GoitiaDer Architekt und Historiker Fernando Chueca Goitia, einer der bedeutendsten Vertreter der spanischen Architektur des 20. Jahrhunderts, ist am 30.10.2004 im Alter von 93 Jahren in Madrid gestorben.

Chueca Goitia war einer der Bauherren der Madrider Almudena-Kathedrale, die vor gut zehn Jahren fertig gestellt wurde. Auch die Pläne für die Erweiterung des Prado-Museums in den 50er-Jahren waren von ihm. Chueca Goitia war zudem ein renommierter Historiker und verfasste Standardwerke über die Geschichte der Architektur. Für das spanische Königshaus arbeitete er als künstlerischer Berater. Nach Ende der Franco-Diktatur gehörte er vorübergehend dem Senat an. Er versuchte, allerdings ohne Erfolg, eine liberale Partei in Spanien aufzubauen.

  Edward Oliver Leblanc starb am 29.10.2004
Edward Oliver LeblancEdward Oliver Leblanc, der frühere Ministerpräsident von Dominica, der als Staatsgründer der Karibikinsel gilt, ist am 29.10.2004 verstorben.

Der 81-Jährige wurde 1961 unter britischer Herrschaft Chefminister und stand von 1967 bis 1974 als Ministerpräsident an der Spitze der Selbstverwaltung, die Großbritannien dem Überseegebiet damals zugestand. Während dieser Zeit legte er nach allgemeiner Auffassung den Grundstein für die volle Unabhängigkeit Dominicas im Jahre 1978.

  Prinzessin Alice starb am 29.10.2004
Prinzessin AlicePrinzessin Alice, ältestes Mitglied der britischen Königsfamilie, ist mit 102 Jahren am 29.10.2004 gestorben. Alice, die mit ihrem Sohn, dem Herzog von Gloucester, wie zahlreiche andere Royals auch im Kensington Palast wohnte, hatte schon seit Jahren keine öffentlichen Pflichten mehr wahrgenommen. Alice, dritte Tochter des siebten Herzogs von Buccleuch, war am 1. Weihnachtstag als Lady Alice Christabel Montagu Douglas Scott 1901 in London geboren worden. 1935 heiratete sie Prinz Henry, den dritten Sohn von König Georg V. und Königin Mary.

Nach dem Tod ihres ältesten Sohnes Prinz William, der 1972 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und dem Tod ihres Mannes nur zwei Jahre später hatte sich die einst als "sehr unternehmungslustig" geltende Prinzessin immer stärker aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 1995 siedelte die Prinzessin zu ihrem Sohn nach London über. Die Herzogin von Gloucester malte in früheren Zeiten, fuhr Ski und liebte das Reisen.

  Serginho starb am 27.10.2004
SerginhoDer brasilianische Fußball-Profi Serginho brach am 27.10.2004 während eines Spiels gegen den FC São Paulo im dortigen Morumbi-Stadion zusammen und konnte nicht mehr reanimiert werden. Dass der 30jährige Herzprobleme hatte, war seinem Verein Sao Caetano bekannt.

Serginho, der mit bürgerlichem Namen Paulo Sergio Oliveira hieß, galt als einer der besten Innenverteidiger Brasiliens.

  Robin Kenyatta starb am 26.10.2004
Robin KenyattaDer New Yorker Jazzsaxophonist Robin Kenyatta ist am 26.10.2004 in Lausanne gestorben. Kenyatta lebte über 20 Jahre in Europa, gründete und führte die Hello Jazz Music School in Lausanne und war zuletzt als Musikdirektor in Boston tätig.

Kenyatta wurde 1942 in South Carolina geboren und wuchs in New York auf. Er machte sich als Saxophonist und Flötist einen Namen. Er gründete seine erste Band im Stil von Charlie Parker, John Coltrane und Ben Webster. Seine erste Platte spielte er zusammen mit dem deutschen Pianisten Wolfgang Dauner für das Plattenlabel ECM ein. Er spielte mit den besten Jazz- und Bluesmusikern der Welt, darunter B.B. King, Dr. John oder George Benson. Kenyatta trat auf namhaften Festivals auf, darunter auch auf dem Montreux Jazz Festival.

  John Peel starb am 26.10.2004
John PeelDie BBC DJ Legende John Peel ist in Peru am 26.10.2004 an einer Herzattacke verstorben.

Der 1939 in der Nähe von Liverpool geborene John Ravenscroft, so sein bürgerlicher Name, entdeckte nach dem Militär seine Passion fürs Radio. 1962 moderierte er in den USA für eine kleine texanische Radiostation. Als er 1967 nach England zurückkehrte, arbeitete er zunächst für einen Piratensender namens "Radio London" am Mikrofon und legte sich das Synonym "John Peel" zu, das er bis zu seinem Tod behalten sollte. Noch im selben Jahr trat er der Gründungs-Crew des BBC Pop-Senders Radio 1 bei, dem er bis zuletzt treu blieb.

Der vierfache Vater förderte seit 1967 unbekannte Musikstile und war somit für den Erfolg von Punk, Reggae und HipHop maßgeblich mitverantwortlich. Es war John Peel, der Künstlern wie David Bowie oder the Smiths eine Plattform gab und ihnen so den Weg zum Ruhm ebnete. Viele seiner legendären Peel-Sessions, u.a. mit The Cure, Joy Division oder New Order, sind auf CD erhältlich.

  Helmut Simon starb am 23.10.2004
Helmut SimonDer "Ötzi Finder" Helmut Simon wurde am 23.10.2004 in den Gasteiner Bergen in Salzburg tot aufgefunden. Er und seine Frau hatten die 5300 Jahre alte Mumie am 19. September 1991 auf dem Similaun-Gletscher im Ötztal gefunden.

Der Ort, an dem der Steinzeitmann den Tod fand, liegt nur rund 150 Kilometer von der Stelle entfernt, wo Simon in den Tod stürzte.



  Friedel Neuber starb am 23.10.2004
Friedel NeuberDer amtierende Aufsichtsratschef der TUI AG und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Westdeutschen Landesbank, Friedel Neuber, ist 69-jährig am 23.10.2004 an Herzversagen gestorben. Neuber leitete von 1981 bis 2001 als Vorstandsvorsitzender die Westdeutsche Landesbank (WestLB) und war zuletzt amtierender Aufsichtsratschef der TUI AG. 1935 geboren, wuchs Neuber in einfachen Verhältnissen auf. Nach der Volksschule absolvierte er bei Krupp eine Ausbildung zum Buchhalter und belegte zusätzlich Abendkurse. Mit Mitte Zwanzig zog er für die SPD in den Düsseldorfer Landtag ein.

Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes und im Verwaltungsrat der Deutschen Girozentrale rückte Neuber 1981 an die Spitze der West LB, die damals ein Sanierungsfall war. Der "rote Banker" baute erfolgreich aus und arbeitete mit internationalen Banken und Übersee-Filialen in Australien, Japan und China zusammen. In seiner Amtszeit versechsfachte Neuber die Bilanzsumme und sorgte dafür, dass wieder Gewinn gemacht wurde. Mitte 2001 zog sich Neuber von der Spitze der Bank zurück. Zuletzt geriet er ins Visier der Staatsanwaltschaft: wegen eines umstrittenen Aktiengeschäfts mit dem Baukonzern Holzmann und der Pleite des Anlagenbauers Babcock Borsig. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

  Bill Nicholson starb am 23.10.2004
Bill NicholsonDie britische Fußballlegende Bill Nicholson, geboren am 16.01.1919 verstarb am 23.10.2004 nach langer Krankheit in Hertfordshire.

Nicholson trainierte den Verein Tottenham Hotspurs. 1950 war er als WM-Spieler für England mit dabei. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter.

  Jean-François Leuba starb am 22.10.2004
Jean-François LeubaDer ehemalige Schweizer Nationalratspräsident Jean-François Leuba, geboren am 16.07.1934, verstarb am 22.10.2004.

Leuba war von 1987 bis 1998 Nationalrat der liberalen Fraktion und wurde im Dezember 1995 für ein Jahr zum Nationalratspräsident gewählt. Der promovierte Jurist und Rechtsanwalt Leuba gehörte von 1978 bis 1990 als Justiz- und Polizeidirektor der Waadtländer Kantonsregierung an. 1987 bis 1998 saß er im Nationalrat, wo er 1991 bis 1994 die liberale Fraktion präsidierte.Im Dezember 1995 wählte die große Kammer den über die Parteigrenzen hinweg geachteten Politiker für ein Jahr zu ihrem Präsidenten.

1997 wurde Leuba von der Landesregierung als Nachfolger von Bundesrat René Felber zum Präsidenten der Interjurassischen Versammlung ernannt. Bis 2002 leitete er dieses Gremium, das 1994 nach einem Abkommen zwischen den Kantonen Bern und Jura gegründet worden war, um den Dialog zwischen den Jurassiern im Süden und im Norden zu pflegen.

  Paul Nitze starb am 19.10.2004
Paul NitzeDer ehemalige US-Abrüstungsexperte Paul Nitze ist im Alter von 97 Jahren am 19.10.2004 gestorben. Nitze stand von1963 bis 1967 an der Spitze des amerikanischen Marineministeriums. Er diente acht amerikanischen Präsidenten.

Der deutschstämmige Nitze galt als Vertreter einer Politik der Stärke und glühender Befürworter der umstrittenen Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) unter Präsident Ronald Reagan. Nitze trat 1940 in den Regierungsdienst unter Präsident Franklin D. Roosevelt ein und zog sich erst 1989 nach Amtsantritt von Präsident George H.W. Bush im Alter von 82 Jahren aus der Politik zurück. 1974 trat Nitze von seinem Posten als Chefunterhändler bei den Gesprächen mit der Sowjetunion über die Begrenzung der strategischen Rüstung (SALT) zurück.

  Andreas Sassen starb am 17.10.2004
Andreas SassenAndreas Sassen, der frühere Bundesliga-Profi von Bayer Uerdingen, dem Hamburger SV und Dynamo Dresden ist am 17.10.2004 mit 36 Jahren in der Essener Uni-Klinik an den Folgen eines Gehirnschlags gestorben.

1989 begann die Profi-Laufbahn von Sassen in seiner Heimatstadt bei Rot-Weiß Essen, 1993 wechselte er nach Bayer Uerdingen. Nach einer Suspendierung wegen Trunkenheit wechselte er im Sommer 1993 zum Traditionsklub Hamburger SV. Nach einem Eklat durch Alkohol wechselte Sassen 1994 weiter zu Dynamo Dresden und wurde dort nach nur 13 Tagen erneut suspendiert wegen Alkohol. Es folgte die Flucht in die Ukraine zu Dnjpr Dnjpropetrowsk, bis ihm Zweitligist Wattenscheid 09 eine neue Chance gab, doch auch dort wurde er 1996 nach einem Eklat entlassen. Insgesamt spielte Sassen als Mittelfeldspieler 79 Bundesliga- und 48 Zweitligapartien.



Gegangen, aber unvergessen...
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