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254 Nachruf-Meldungen seit 1. Mai 2004     © 2004 by nekrolog.info 
  Fay Wray starb am 08.08.2004
Fay WrayDie Schauspielerin Fay Wray, die durch den "King Kong" Klassiker von 1933 berühmt wurde, ist tot. Wie CNN berichtete, starb sie bereits am 08.08.2004 in New York. Die gebürtige Kanadierin wurde 96 Jahre alt.

Wray spielte als junges Mädchen zunächst in Stummfilmen in Hollywood. Mit ihrer Rolle in Erich von Stroheims "Hochzeitsmarsch" fand sie 1928 erstmals internationale Beachtung. Den großen Durchbruch feierte sie mit ihrer Rolle als Ann Darrow in "King Kong und die weiße Frau". Fay wurde als eines von sechs Kindern geboren. Sie besuchte in Los Angeles die Hollywood High School, trat als Jugendliche in einem Laienspiel auf und spielte mit 16 Jahren Statistenrollen in verschiedenen Filmen. Ihre erste richtige Rolle erhielt sie in "Gasoline Love" (USA 1923). Doch erst nach ihrem Auftritt in "The Coast Patrol" (USA 1925) wurde man auf sie aufmerksam. Ihren großen Durchbruch hatte sie mit der Hauptrolle als Mitzi Schrammell im Kassenschlager "Hochzeitsmarsch". Mitte der dreißiger Jahre hatte sie private Schwierigkeiten mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Drehbuchautor John Monk Saunders, den sie 1928 heiratete und sich 1939 wieder scheiden ließ. Ein Jahr nach der Scheidung beging Saunders, der dem Alkohol verfallen war, Selbstmord. 1942 heiratete sie den Drehbuchautor Robert Riskin. Als dieser einen Schlaganfall erlitt und sich nicht mehr erholte, pflegte Wray ihn bis zu seinem Tod (1955).

In den fünfziger Jahren versuchte Fay Wray ein Comeback mit Filmen wie "Im Reich des goldenen Condor" oder "Das war Mord, Mr. Doyle", bekam aber nur mehr unbedeutende Nebenrollen. Ein letztes Mal war sie in der Fernsehproduktion "Gideons Paukenschlag" zu sehen. Fay Wray heiratete noch ein drittes Mal - den Arzt Dr. Sanford Rothenberg. Sie lebte in Los Angeles und trat mit über 90 Jahren noch einmal zum 70jährigen Jubiläum der Oscar-Preisverleihung auf.

Neben ihrer Autobiographie "On The Other Hand" (1988) schrieb sie das - ebenfalls autobiographische - Theaterstück "The Meadowlark", das von ihrer Tochter Susan Riskin in Tamworth/New Hampshire uraufgeführt wurde.

  Annemarie Marks-Rocke starb am 08.08.2004
Annemarie Marks-RockeDie große Mimin und Schauspiellehrerin des Hamburger Theaters, Annemarie Marks-Rocke starb am 8. August 2004 im Alter von 102 Jahren. Die Gründerin der Schauspielabteilung der Hochschule hatte mehr als 30 Jahre lange an der Schule als Professorin gewirkt. Zu ihren Schülern gehörten Ingrid Andree, Kirsten Dene und Peter Striebeck. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Prof. Eduard Marks, hatte sie vor mehr als 60 Jahren eine private Schauspielschule gegründet, die 1940 den Kern der Schauspielabteilung bildete. Aus ihr ging zehn Jahre später die heutige Hochschule für Musik und Theater hervor. Die Stadt Hamburg und die Hochschule würdigten Annemarie Marks-Rocke mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter die "Senator-Biermann-Ratjen" Medaille, in Würdigung ihrer Verdienste um das Kulturleben der Stadt. An Annemarie Marks-Rocke 100. Geburtstag gratulierte auch Bürgermeister Ole von Beust und würdigte die Leistungen der Künstlerin und Pädagogin: "Sie haben Ihr Leben mit außergewöhnlicher Hingabe einerseits Ihrem Publikum und andererseits dem Theaternachwuchs gewidmet. Und beides mit einzigartigem Erfolg."

  Eva Kemlein starb am 08.08.2004
Eva KemleinDie Deutsche Fotografin Eva Kemlein, geboren am 04.08.1909 in Berlin, ist am 08.08.2004 gestorben. Die Tochter jüdischer Eltern machte eine Berufsausbildung mit anschließendem Staatsexamen als medizinisch technische Assistentin in Berlin. Dort kam sie das erste Mal mit einer Kamera in Berührung und lernte die technischen Dinge der Fotografie. 1933 heiratete sie Herbert Kemlein, mit dem sie nach Griechenland ging. Sie lebten von Reportagen bis Eva Kemlein Berufsverbot bekam und 1937 mit ihrem Mann das Land verlassen musste. Die Ehe wurde geschieden und Kemlein ging nach Berlin zurück, wo sie ihren zweiten Mann, Werner Stein, einen bekannten Berliner Schauspieler, kennen lernte.

Mit ihrer Kamera, die sie über den Krieg gerettet hatte, machte sie Fotos vom zerstörten Berlin und war auch bei der ersten Berliner Zeitung 1945 beteiligt. Nach zwei Jahren fing sie an, freiberuflich zu arbeiten und fotografierte jedes einzelne Teil des zerstörten Berliner Stadtschlosses. Sie dokumentierte über 40 Jahre Berliner Theatergeschichte, hauptsächlich in Ostberlin. Erst in den siebziger Jahren fing sie an, auch im Westen am Theater zu arbeiten und war bis zuletzt auf fast allen Generalproben in Deutschland mit ihren Kameras anzutreffen. Ihr Archiv von über 300.000 Negativen übergab sie 1993 an das Berliner Stadtmuseum.

  Rick James starb am 06.08.2004
Rick JamesDer amerikanische Funk-Sänger Rick James starb am 06.08.2004 an den Folgen eines Mix von Drogen, Methamphetamine und Valium. Der am 01.02.1948 in Buffalo, New York geborene Musiker hatte seinen größten Erfolg 1980 mit dem Lied "Super Freak". Seine Kompositionen und Arrangements beeinflussten die Black Music Szene, er legte Meilensteine mit "Give it to me" oder "Fire and Desire". Mc Hammer's "U can't touch this" basiert auf dem Titel "Superfreak" und erhielt einen Grammy. James, der sich in den 90er Jahren zu seiner langjährigen Drogensucht bekannte, hatte 1998 bei einem Konzertauftritt einen Schlaganfall erlitten.

In einem Interview mit dem "San Francisco Chronicle" sagte James vor zwei Jahren "Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange leben würde, ich glaubte, ich würde wie Jimmy Hendrix an einer Überdosis Drogen sterben."

  Henri Cartier Bresson starb am 04.08.2004
Henri Cartier BressonDer berühmte Fotograf Henri Cartier Bresson verstarb am 04.08.2004 in Südfrankreich kurz vor seinem 96. Geburtstag, nachdem er tagelang keine Nahrung mehr zu sich nahm und immer schwächer wurde.

Nach seinem Malereistudium von 1927 – 1929 arbeitete Bresson als Regieassistent und geriet 1940 in Kriegsgefangenschaft, wo er drei Jahre später flüchtete. 1931 entstanden seine ersten Bilder an der afrikanischen Elfenbeinküste; die berühmte Fotoagentur Magnum gründete er 1947.

Bresson porträtierte unter anderem die Großen dieser Welt, darunter den Dalai Lama, Edith Piaf und Ghandi, seine Bilder waren immer schwarz-weiß. Er durfte als erster Fotograf im Pariser Louvre 1955 ausstellen und wurde 1981 mit dem großen Preis der Fotografie in Frankreich ausgezeichnet. Zu den veröffentlichten Fotosammlungen zählt "Der entscheidende Augenblick". Bresson: "Über Fotografie gibt es nichts zu sagen, man muss hinsehen".

Frankreichs Präsident Chirac würdigte ihn als einen der begabtesten Künstler des 20. Jahrhunderts. In Paris hat die Henri Cartier Bresson Stiftung mehr als 1000 Fotos, Abzüge, Filme, Manuskripte und Briefe ausgestellt.

  Gerda Szepansky starb am 03.08.2004
Gerda SzepanskyWie der Fischer Taschenbuch Verlag aus Frankfurt mitteilte, ist die Journalistin, Lehrerin und Autorin Gerda Szepansky, bekannt durch ihre Bücher über die Schicksale von Frauen während des Nationalsozialismus im Alter von 78 Jahren am 03.08.2004 gestorben. Die am 06.09.1925 geborene Schriftstellerin starb an den Folgen einer schweren Krankheit in ihrer Geburtsstadt Berlin.

Die Jüdin hatte ursprünglich ihr Staatsexamen als MTA (medizinisch-technische Assistentin) gemacht, aber dann durch ihre Ehe mit dem Schauspieler Kemlein, die 1937 wieder geschieden wurde, zur Bildjournalistin umgesattelt. Zur Zeit ihrer Scheidung durfte sie nicht mehr für die Presse arbeiten und wurde später in eine jüdische Abteilung bei Siemens zwangsverpflichtet. Als sie Eichmann traf, vermittelte er sie an die Firma Rose und Co, wo sie für 37 Pfennige Stundenlohn trockenes Papier mit bloßen Füßen bei Tiefsttemperaturen im Freien zerstampfen musste.

Szepansky gilt als Vorreiterin bei der Aufarbeitung der Lebenswege von Frauen in totalitären Regimes. Ihr erstes Buch zu dem Thema trug den Titel "Frauen leisten Widerstand: 1933 bis 1945" und erschien 1983. Das zweite Buch erschien 1986 in derselben Reihe und trug den Titel "Blitzmädel, Heldenmutter, Kriegerwitwe. Frauenleben im Zweiten Weltkrieg", das Dritte, 1995 veröffentlicht, trug den Titel "Die stille Emanzipation. Frauen in der DDR". Auch als Erzählerin ist Gerda Szepansky hervorgetreten. Über sich selbst sagte sie, dass sie Jüdin und in Kriegsjahren in Deutschland lebte, habe ihr ganzes Leben geprägt.

  Rick James starb am 03.08.2004
Rick JamesDer amerikanische Sänger und Liedschreiber Rick James, der in den 80er Jahren den "Punk Funk" begründete, wurde am 02.08.2004 tot in seinem Haus in Los Angeles gefunden. Der Musiker war 56 Jahre alt.

James war der Schöpfer eines Mischstils zwischen dem Bläser-getriebenen Funk und dem von harten Gitarren-Klängen unterlegten Punk, den er als "Punk Funk" bezeichnete. Zu seinem Markenzeichen gehörten auch seine extravagante Kleidung und seine provokanten Texte über Drogen und Sex.Mit dem Song "Super Freak", der für eine Grammy-Trophäe nominiert wurde, landete James 1981 seinen größten Hit. Wegen Drogenvergehen und Körperverletzung wurde der Sänger wiederholt verhaftet und verbrachte mehrere Jahre in Haft. In seinen letzten Lebensjahren litt er unter schweren Gesundheitsproblemen.

  Joseph Rovan starb am 02.08.2004
Joseph RovanDer deutsch-französische Publizist und Historiker Joseph Rovan ertrank am 02.08.2004 im Alter von 86 Jahren in einem See in Frankreich.

Rovan, der 1918 in München geboren war, wurde als Jude und Widerstandskämpfer im Konzentrationslager Dachau interniert. 1934 emigrierte er nach Frankreich und setzte sich stets für Aussöhnung und Verständigung ein. Er gehörte zu den Beratern der deutschen Bundeskanzler Schmidt und Kohl, sowie dem französischen Präsidenten Chirac. Er war Mitbegründer der deutsch-französischen Jugendtreffen und Träger vieler binationaler Preise.

Er verfasste die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie.

  Madeleine Robinson starb am 01.08.2004
Madeleine RobinsonDie Französin Madeleine Robinson starb am 01.08.2004 am Genfersee mit 87 Jahren.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Robinson spielte in 79 Filmen, unter anderem mit Kollegen wie Jean Gabin oder Louis Jouvet. Ihre erste Rolle spielte sie 1933 in dem Melodram "Mioche" von Moguy.

Robinson beendete 1993 ihre Karriere.

  Laura Betti starb am 31.07.2004
Laura BettiLaura Betti, die am 01.05.1934 in Bologna geboren wurde, starb am 31.07.2004 in Rom mit 70 Jahren.

Ihre Karriere begann sie als Kabarett- und Jazzsängerin, ehe sie von Fellini entdeckt wurde und ihr Leinwanddebüt in "La Dolce Vita" gab. Bekannt war sie auch durch Pier Paolo Pasolinis Filme, in dem sie für die Hauptrolle "Teorema" 1970 bei den Festspielen in Venedig den "Coppa Volpi" für die beste Schauspielerin erhielt.

Betti war Direktorin der "Fondo Pier Paolo Pasolini".

  Virginia Grey starb am 31.07.2004
Virginia GreyDie amerikanische Schauspielerin Virginia Grey, die rund 50 Jahre lang vor der Kamera stand, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Sie erlag am 31. Juli einem Herzversagen, wie die Sprecherin der Krankenhausstiftung für Film- und Fernsehstars in Los Angeles mitteilte.

Die aus einer Schauspielerfamilie stammende blonde Grey, begann im Jahre 1927 ihre Karriere in der Rolle der kleinen Eva, in dem Film "Onkel Toms Hütte". Mit 22 Jahren war sie in "Idiot's Delight" die Partnerin von Clark Gable, mit dem sie auch im wirklichen Leben eine Zeit lang zusammen war.
1970 hatte Grey eine größere Rolle in dem Film "Airport". Auch in vielen Fernsehserien war sie zu sehen, etwa in "Dr. med. Marcus Welby" oder als Ann Loring in "Bonanza". Sie war nie verheiratet.

  Wolfgang Ullmann starb am 30.07.2004
Wolfgang UllmannWolfgang Ullmann starb am 30.07.2004 unerwartet auf einer Urlaubsreise.

Er engagierte sich für die Opfer von Stasi und SED-Diktatur und setzte sich für die Rehabilitierung und Wiedergutmachung an ihnen ein. Ullmann war 1992 Mitbegründer des Forums zur politischen, juristischen und historischen Aufarbeitung der SED-Diktatur und jahrelang dessen Vorsitzender. Als Mitglied der Grünen war er Abgeordneter im Bundestag und setzte sich für die Auflösung der DDR Staatssicherheit ein.

Für seine Verdienste wurde Ullmann am 07.07.2004 mit der Berliner Stadtältestenwürde geehrt.

  Olivier von Winterstein starb am 29.07.2004
Olivier von WintersteinDer Intendant der Dresdner Philharmonie Olivier von Winterstein starb nach schwerer Krankheit im Alter von 53 Jahren.

Geboren wurde er am 10.02.1951 in Cannes, ging in Paris zur Schule und nahm Gesangsunterricht in Salzburg, bei Kammersänger Max Lorenz. Von Winterstein studierte später Rechtswissenschaft in Wien und begann 1975 als Geschäftsführer des Wiener Instrumentalensembles seine Karriere. Als Intendant war er 1982 beim symphonischen Orchester Berlin, 1984 bis 1987 beim Orchestre National du Capitole de Toulouse und von 1987 bis 1989 beim Orchestre National de France als Intendant tätig. Trotz seiner schweren Krankheit kämpfte von Winterstein gegen das Sparpaket von Dresden und kämpfte für einen neuen Saal für das Orchester.

Seit 1992 war Winterstein als Intendant der Dresdner Philharmonie tätig.

  Francis Crick starb am 29.07.2004
Francis CrickDer Pionier der Genforschung, Francis Harry Comton Crick, geboren am 08.06.1916 in Nordhampton, ist am 29.07.2004 in einer Klinik in San Diego an Darmkrebs gestorben. Er studierte Physik und musste auf Grund des zweiten Weltkrieges seine Dissertation unterbrechen. 1947 begann Crick mit dem Biologie Studium.

Er war Mitentdecker der Erbgutstruktur und gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Gentechnik. Ab 1962 widmete er sich am Salk-Institut für Biologie der Untersuchung des menschlichen Bewusstseins. Seine Idee, dass bestimmte Aspekte des Bewusstseins von biochemischen Vorgängen im Gehirn gesteuert werden, löste eine heftige wissenschaftliche Debatte aus.

Er wurde 1962 für die Entdeckung der DANA-Struktur mit dem Nobelpreis der Medizin ausgezeichnet.

  Tiziano Terzani starb am 29.07.2004
Tiziano TerzaniDer Journalist Tiziano Terzani, geboren am 14. September 1938 in Florenz, ist im Alter von 65 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Knapp dreißig Jahre lang berichtete er aus Asien für den "Spiegel" und italienische Medien. Er war einer der wenigen Journalisten, die 1975 in Saigon blieben, als die US-Truppen aus Vietnam abzogen. 1984 wurde Terzani unter dem Vorwurf auf "antirevolutionäre Aktivitäten" verhaftet und nach einmonatiger Haft in China ausgewiesen.

Der Asienspezialist war aber nicht nur Journalist, sondern auch ein bekannter Buchautor der den Bestseller "Fliegen ohne Flügel" oder "In Asien" schrieb. Über den Umgang mit seiner unheilbaren Krankheit erschien seit letztes Buch nur auf italienisch unter dem Titel "Un altro giro di giostra" ("Noch eine Karussell-Runde"). Nach mehrjährigen Aufenthalten in Japan und Thailand ging Terzani für drei Jahre nach Indien.

Terzani war verheiratet mit der aus Deutschland stammenden Schriftstellerin Angela Staude, die auch den Tod ihres Mannes am 29.07.2004 bekannt gab.



Gegangen, aber unvergessen...
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