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O.W. Fischer
in den letzten
Lebensjahren

 


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O.W. Fischer
1. April 1915 – 1. Februar 2004
"Zeit wird's, dass der liebe Gott nun auch mich ab-beruft", sagte im vergangenen Jahr der 88jährige Otto Wolfgang Fischer bei einem seiner letzten Interviews. Das 89. Lebensjahr sollte er dann auch nicht mehr erreichen. O.W. Fischer, Kino-Liebling der 50er Jahre verstarb am 1. Februar 2004 in seiner Tessiner Resi-denz Castello dei Pescatori, einem wunderschönen Anwesen, das in dieser Region als "Fischer-Schlöss-chen" bezeichnet wurde. Nach dem Tod seiner Frau Anna (1985) zog sich O.W. Fischer immer mehr zu-rück um sich esoterischen Themen zu widmen...
Gegangen, aber unvergessen...

O.W. Fischer stammt aus Klosterneuburg bei Wien, wo er auch Kunstgeschichte und Germanistik studierte und über das Wiener Reinhardt-Seminar 1936 als Nebendar-steller beim Tonfilm landete. Bis 1945 wirkte er in 7 Filmen mit. Fischers große Zeit begann als 38jähriger in den 50er Jahren, wo er neben Curd Jürgens innerhalb kür-zester Zeit zum bestbezahltesten Schauspieler Deutschlands wurde.

Der Frauenschwarm der 50er Jahre
Mit großen Hauptrollen in einigen ebenso großen Film-werken aus der Nachkriegszeit des aus den Trümmern entstandenen neuen Deutschlands eroberte O.W. Fischer gleichermaßen die Herzen von Jung und Alt. Als Bay-ernkönig in "Ludwig II" (1954) oder an der Seite Ruth Leu-weriks und Maria Schells startete er in eine etwa 15 Jahre anhaltende Blitzkarriere. Bis zum Ende der 60er Jahre spielte Fischer 40 Filmen mit – darunter "Es muss nicht im-mer Kaviar sein", "Herrscher ohne Krone", "Helden" oder "Peter Voss, der Millionendieb". Dabei galt der Perfektionist auch als "schwieriger" und unbequemer Star...

Nachdem sich O.W. Fischer gegen Ende der 60er aus dem Filmgeschäft zurückzog, widmete er sich der Sprachwissenschaft und Philosophie, Psychologie, Hypnose und Metaphysik. Nach dem Tod seiner Frau Anna Usell, einer Schauspielerin aus Prag, kapselte er sich immer mehr von seinen Mitmenschen ab: – bis hin zum etwas schrulligen Eigenbrödler, der eine "Allhypnose"-These entwickelte (dem Film "Matrix" ähnlich: – der Mensch lebt in einerm fiktiven Trance-Zustand den er praktisch nur träumt), für die er sich bis zu seinem Lebensende starkt machte.  Am 1. Februar ver-ließ er, am Ende vom Alter doch sehr geschwächt, diese Scheinwelt, um seiner gelieb-ten Frau zu folgen, die er bis in seine letzten Lebenstage tief verehrte.