





Von 1939 bis 1941 besuchte Brando die Militärakademie in
Minnesota, von der er vorzeitig verwiesen wurde, da er offen gegen den Drill
der Anstalt rebellierte. 1943 begann er eine Schauspielausbildung am berühmten
Actors Studio in New York bei Lee Strasberg und Elia Kazan. Ein Engagement
in der Broadway-Inszenierung "Endstation Sehnsucht" (1947) verhalf ihm als
Charakterdarsteller zum Durchbruch die Verfilmung dieses Tennessee-Williams-Dramas
wurde 1951 zum Welterfolg.
Brando bekam dadurch einen Filmvertrag in Hollywood, wo er sich als rebellischer
Star präsentierte, der weder Disziplin kannte, noch Texte und Sinnzusammenhänge
vorbehaltlos übernahm. Regisseur Elia Kazan begeisterte sich dennoch
für Brando, welcher "alles in Frage stelle das ganze System der Höflichkeit,
des guten Charakters und der Ethik..." Und obwohl Brando allgemein als "schwieriger
Star" eingeordnet wurde, avancierte er im Verlauf der folgenden Jahrzehnte
mit seiner Darstellungsart zu einer der einflussreichsten und strahlendsten
Figuren der Filmwelt. Mit seiner emotionalen und sehr naturalistischen Spielweise
zeigte er seinen Nacheiferern wie James Dean, Paul Newman oder Robert
DeNiro den Weg zu Erfolg und Ruhm.
Durch seine Rolle als Freiheitskämpfer in Kazan's Western "Viva Zapata"
wurde Brando in Cannes mit dem Preis "Bester Darsteller des Jahres"
ausgezeichnet. 1953 erhielt er den "British Film Academy Award" für seine
Rolle in "Julius Caesar". 1954 bescherte ihm der Film "Die Faust im Nacken"
einen Oscar. Insgesamt war er in knapp 40 Filmen zu sehen und wurde für acht
Oscars nominiert. Seine wohl bekannteste Rolle war die des Mafia-Paten Don
Corleone in "Der Pate", für die er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde,
den er jedoch aus Protest gegen die Unterdrückung der Indianer ablehnte. Zu
seinen größten und bekanntesten Filmen zählen unter anderem: "Die Wilden",
"Apocalypse now" und "Weiße Zeit der Dürre". Als skandalös galt seine Darstellung
des sexbesessenen Witwers in "Der letzte Tango" in Paris. Seine kurzen Gastrollen
in den Kinofilmen "Superman" und "Apocalypse now" brachten ihm Gagen in Millionenhöhe...
Das Privatleben des Schauspielers verlief so chaotisch, wie die Rollen die
er in seinen Filmen verkörperte. Mehrere Ehen, zahlreiche Liebschaften
und Skandale lieferten den Klatschblättern immer wieder Schlagzeilen. Eine
seiner privaten Tragödien war der Selbstmord seiner Tochter Cheyenne im Jahr
1995, nachdem ein Jahr zuvor deren Bruder Christian den Freund der schwangeren
Cheyenne erschossen hatte. Insgesamt hinterlässt Brando mindestens elf
Kinder, drei Ex-Frauen und zahlreichen Geliebte.
Das Time Magazin schrieb in den letzten Jahren auf der Titelseite über
Marlon Brando: "Sein Schatten liegt über jeder Schauspielklasse in Amerika,
praktisch über jedem Film, den wir sehen. Allerdings hat auch keine andere
Person von seiner Bedeutung und seinem kulturellen Einfluss eine Handvoll
unvergesslicher Darbietungen mit so vielen (persönlichen) Peinlichkeiten ergänzt..."
Einer der ganz großen Schauspieler ging nun mit Marlon Brando von der Bühne...
