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Marlon Brando
03. April 1924  –  01. Juli 2004
Die Hollywood-Legende Marlon Brando, geboren am 03.04.1924 in Omaha (Nebraska/USA) als Sohn eines Handelsreisenden, verstarb am Donnerstag den 7. Juli 2004 im Alter von 80 Jahren an einer Lungenembolie in einer Klinik in Los Angeles. Der für acht Oscars no-minierte Schauspieler litt seit einigen Jahren an Über-gewicht, Herzproblemen und anderen Gebrechen.
Marlon Brando verkörperte in seinen Filmrollen wie auch im realen Leben den eigenwilligen, rebellischen und zornigen Mann – von Jugend an bis ins hohe Alter...

Von 1939 bis 1941 besuchte Brando die Militärakademie in Minnesota, von der er vorzeitig verwiesen wurde, da er offen gegen den Drill der Anstalt rebellierte. 1943 begann er eine Schauspielausbildung am berühmten Actors Studio in New York bei Lee Strasberg und Elia Kazan. Ein Engagement in der Broadway-Inszenierung "Endstation Sehnsucht" (1947) verhalf ihm als Charakterdarsteller zum Durchbruch – die Verfilmung dieses Tennessee-Williams-Dramas wurde 1951 zum Welterfolg.

Brando bekam dadurch einen Filmvertrag in Hollywood, wo er sich als rebellischer Star präsentierte, der weder Disziplin kannte, noch Texte und Sinnzusammenhänge vorbehaltlos übernahm. Regisseur Elia Kazan begeisterte sich dennoch für Brando, welcher "alles in Frage stelle – das ganze System der Höflichkeit, des guten Charakters und der Ethik..." Und obwohl Brando allgemein als "schwieriger Star" eingeordnet wurde, avancierte er im Verlauf der folgenden Jahrzehnte mit seiner Darstellungsart zu einer der einflussreichsten und strahlendsten Figuren der Filmwelt. Mit seiner emotionalen und sehr naturalistischen Spielweise zeigte er seinen Nacheiferern – wie James Dean, Paul Newman oder Robert DeNiro – den Weg zu Erfolg und Ruhm.

Durch seine Rolle als Freiheitskämpfer in Kazan's Western "Viva Zapata" wurde Brando in Cannes mit dem Preis "Bester Darsteller des Jahres" ausgezeichnet. 1953 erhielt er den "British Film Academy Award" für seine Rolle in "Julius Caesar". 1954 bescherte ihm der Film "Die Faust im Nacken" einen Oscar. Insgesamt war er in knapp 40 Filmen zu sehen und wurde für acht Oscars nominiert. Seine wohl bekannteste Rolle war die des Mafia-Paten Don Corleone in "Der Pate", für die er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, den er jedoch aus Protest gegen die Unterdrückung der Indianer ablehnte. Zu seinen größten und bekanntesten Filmen zählen unter anderem: "Die Wilden", "Apocalypse now" und "Weiße Zeit der Dürre". Als skandalös galt seine Darstellung des sexbesessenen Witwers in "Der letzte Tango" in Paris. Seine kurzen Gastrollen in den Kinofilmen "Superman" und "Apocalypse now" brachten ihm Gagen in Millionenhöhe...

Das Privatleben des Schauspielers verlief so chaotisch, wie die Rollen die er in seinen Filmen verkörperte. Mehrere Ehen, zahlreiche Liebschaften und Skandale lieferten den Klatschblättern immer wieder Schlagzeilen. Eine seiner privaten Tragödien war der Selbstmord seiner Tochter Cheyenne im Jahr 1995, nachdem ein Jahr zuvor deren Bruder Christian den Freund der schwangeren Cheyenne erschossen hatte. Insgesamt hinterlässt Brando mindestens elf Kinder, drei Ex-Frauen und zahlreichen Geliebte.

Das Time Magazin schrieb in den letzten Jahren auf der Titelseite über Marlon Brando: "Sein Schatten liegt über jeder Schauspielklasse in Amerika, praktisch über jedem Film, den wir sehen. Allerdings hat auch keine andere Person von seiner Bedeutung und seinem kulturellen Einfluss eine Handvoll unvergesslicher Darbietungen mit so vielen (persönlichen) Peinlichkeiten ergänzt..."

Einer der ganz großen Schauspieler ging nun mit Marlon Brando von der Bühne...

Gegangen, aber unvergessen...