



mit einem Hüftgelenksmarknagel stabilisiert werden
musste. Die Schauspielerin wur-de am 23. Juli 2004 auf
dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt. Die Urne liegt im Grab neben
ihrem verstorbenen Ehemann John Olden.
Die Tochter eines jüdischen Kaufmanns begann ihre Theaterkarriere 1930 in
Zwickau, Berlin und Leipzig. Zum ersten Mal stand sie im Alter von drei Jahren
in der Oper "Hänsel und Gretel" auf der Bühne. In der Zeit des Nationalsozialismus
hatte sie zwölf Jahre Auftrittsverbot. 1945 kam sie ans Thalia Theater
in Hamburg. Die Rolle, die ihr 1959 den Beinamen "Mutter der Nation" bescherte,
war das Berliner Volksstück "Fenster zum Flur", in dem sie die Rolle der resoluten
Portierfrau Anni Wiesner spielte.
Ab den 60er Jahren war Inge Meysel dann in den Hauptrollen vieler großer
deutscher TV-Produktionen nicht mehr fortzudenken. So brillierte sie als Käthe
Scholz in der Fernseh-Serie "Die Unverbesserlichen" (1965 - 1971). Sie erhielt
etliche Aus-zeichnungen, darunter 9x Otto, Publikumspreis der Jugendzeitschrift
BRAVO, 6x Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien, die Goldene Kamera (1965),
das Silbernes Blatt der Dramatiker-Union (1985), die Hamburger-Medaille für
Kunst und Wissenschaft (1990), die Ernst-Reuter-Plakette der Stadt Berlin
(1991) und den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises (2000). Das Bundesverdienstkreuz
(1981) lehnte sie mit der Begründung ab, "da es keinen Orden wert
sei, wenn man sein Leben anständig gelebt hat..."
In einem ihrer letzten TV-Filme, "Das vergessene Leben" (1997), überzeugt
sie in der Rolle als geistig verwirrte Greisin Sophia so nachhaltig, dass
ihr zwei Tage nach der Erstausstrahlung im Januar 1999 der Goldene Gong verliehen
wurde.
Bis ins hohe Alter zeigte sich die Schauspielerin auch im realen Leben als
un-erschrockene Kämpfernatur. Die 'freiwillig kinderlose' Schauspielerin
setzte sich für die legale Abtreibung ein, gegen die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher
Bezie-hungen und auch für den Kampf gegen Aids, den sie durch mehrere Auftritte
bei Benefizveranstaltungen förderte.
1991 schrieb Inge Mysel ihre Biografie "Frei heraus mein Leben".
